Texte

Hier finden Sie Texte zu einigen Arbeiten auf meiner Website. Die Links in den Texten führen zu den Abbildungen der jeweiligen Arbeit.

  • „Konfuse Melange“
    Fotografie / Installation

    Chaos / Ordnung / Störung
    Vergänglichkeit / Bewahren / Erinnern
    Dinge als Zeichen / Assoziationen / Beziehungen

    Gegenstände sind für mich künstlerisches Material, ein Medium, das Ideen, Gedanken, Erinnerungen, Gefühle transportieren kann.

    Angeregt wurde diese Arbeit durch Funde von gefüllten Kästchen aus Nachlässen, wie sie in jedem Haushalt vorkommen.

    Dabei interessieren die Gegenstände, die teilweise Jahrzehnte überdauerten, in ihrer speziellen Ästhetik und als Träger von biografischen Erinnerungen. Sie wurden von mir verändert durch Elemente, die das Ordnungsprinzip stören.

    Auf einer weiteren Ebene treten durch meine Installation jedes einzelnen Kästchenobjekts die Dinge in Beziehung zueinander und führen ein assoziationsreiches Eigenleben.
    Darüber hinaus entstehen Beziehungen unter den jeweils auf einer tischähnlichen Fläche angeordneten Objekte.

    Es geht auch um Ordnung als etwas Verlässliches und um Störungen des Systems, seltsam oder komisch, bis hin zum kleinen begrenzten Chaos. So ein Sammelsurium kann sehr anregend sein. Chaos als Ursprung von Neuem.

    Die Fotografien vor weißem Grund geben den einzelnen Objekten eine klare Präsenz und Bedeutsamkeit. Die fotografische Reihung selbst verweist auf eine neue Ordnung, die Sammlung der Kästchen.

    Charlotte Bieligk

  • „Nach der Natur“
    Installation / Objekt

    Das Material dieser Arbeiten stammt aus der Alltags- und Konsumwelt.
    Spielerisch und überzeichnend habe ich aus dem bunten Material Objekte gebaut, die mit ihrer Gekünsteltheit und Ironie auch Spaß machen sollen.
    Auf jeden Fall habe ich so auch meinen eigenen Frieden mit Kitsch geschlossen.

    Schon immer sind Menschen bestrebt, die sie umgebende natürliche Welt abzubilden. Das begann mit den ersten Höhlenzeichnungen und wird sicher auch in Zukunft so sein. Überall begegnen uns Motive, Formen, Ornamente, die der Natur entlehnt sind.
    Allgemein zeigt sich darin – vom naturalistischen Landschaftsgemälde über florale Muster bis zu verzerrendem Kitsch und Nippes – schlicht die große Bedeutung der natürlichen Umwelt für uns Menschen.

    Ich stelle aber auch die Frage nach dem Natur-Ersatz-Aspekt in diesen Vorgängen:
    1. angesichts von Entfremdung und Denaturierung in unserer Zivilisation
    2. angesichts der zunehmenden Bedrohung der ursprünglichen Natur, die unsere Lebensgrundlage ist.
    Bis hin zu der apokalyptischen Vorstellung, dass z.B. unsere Nahrung nur noch künstlich hergestellt werden könnte und von verschwundener Artenvielfalt nur Bilder bleiben.

    Was immer bleibt ist die Sehnsucht nach dem Paradies. Je entfremdeter von natürlichen Zusammenhängen wir leben, desto mehr Bedürfnis ist da nach Idealisierung und Idylle, nicht ohne den Herrschaftsgedanken über die natürliche Welt.

    Charlotte Bieligk